Wohnhaus Peter und Paul

Ort: Peter-und-Paul-Strasse 44, 9010 St.Gallen
Wettbewerb: 1. Rang 2013
Ausführung: 2016 – 2018
Bauträgerschaft: PP44 AG
Umsetzung Spezialleuchten: CH Design, St.Gallen
Dokumentation: PDF anzeigen
Publikation: SonntagsZeitung, 13/01/2019. PDF anzeigen
Publikation: Hochparterre, 03/2019. PDF anzeigen
 
Die Ausrichtung des Mehrfamilienhauses orientiert sich an der städtebaulich charakteristischen Schrägstellung der Gebäude entlang der Peter-und-Paul-Strasse. Die für diesen Ort entwickelte hybride Typologie zwischen Punkt- und Längsbau erreicht eine starke Verdichtung und schafft es, sich massstäblich in die unterschiedlichen städtebaulichen Situationen der Umgebung einzufügen. In seiner volumetrischen Ausformulierung zur Strasse hin nimmt das Gebäude die kleinteilige Körnigkeit der Umgebung auf. Diese ist durch Ein- und Zweifamilienhäuser geprägt. So zeigt sich das Haus von der Peter-und-Paul-Strasse her ortstypisch und eher introvertiert. Formal orientiert sich das Gebäude an Vorbildern der Frühmoderne. Zu jener Zeit sind am Rosenberg zahlreiche der heute für das Ortsbild wichtigen Gebäude entstanden. Mehr

Der Heckenkörper, welcher die gesamte Strasse beidseitig begleitet, wird weitergeführt und ist wichtiger Bestandteil des Projektes. Die raumbildende Hecke wird nur im Bereich der Garageneinfahrt und dem Gebäudezugang unterbrochen und schliesst nahtlos an diejenigen der Nachbargrundstücke an. Im Gegensatz zur Strassenseite zeigt sich das Gebäude zur stadtseitigen Aussicht im Südosten hin als stattliche Villa. Die lange Fassade wird durch zusammenfassende horizontale und vertikale Balkonelemente gegliedert. Seinen charakteristischen Ausdruck entwickelt das Haus durch die turmartige Ausformulierung der Rundbalkone und die lokal auf die Fassadenebene hervorspringende Attika sowie mittels der Windfahne als oberen Abschluss des Gebäudes.
Durch den feinen Knick in der Längsachse des Hauses passt sich das Gebäude an den natürlichen Terrainverlauf an und spannt im Süden eine quartiertypische, grosse Wiesenfläche auf. Ein für die Bewohnerschaft des Hauses zugänglicher Gartenpavillon mit Feuerstelle- aus dem früheren Bestand und dem Nachbargrundstück hergeleitet – macht den Garten kollektiv nutz- und erlebbar. Alle 11 Wohnungen sind über denselben Haupteingang von der Peter- und Paul-Strasse her erschlossen. Neben den zwei Attikawohnungen wurde noch eine dritte, attikaähnliche Wohnung mit überhohem Wohn- und Essraum geschaffen. Drei Wohnungen verfügen über einen direkten Gartenzugang. Die übrigen Wohnungen profitieren von grossen, vorgelagerten Balkonen.
Ausgehend von den Vorbildern klassischer bürgerlicher Grundrisstypen wurden zeitgenössische Wohnungen geschaffen, welche unterschiedlichen Lebensmodellen gerecht werden können. So wurden grosszügige Eingangsbereiche entwickelt, von wo aus die Wohnungen auf unterschiedliche Art und Weise betreten werden können. Rundläufe verstärken die subjektive Grössenwirkung der Wohnungen. Über die fassadenseitige Enfilade können Zimmer zu den Wohnräumen zugeschaltet werden und somit als erweiterte Wohnräume, Fernsehzimmer, Büros oder Bibliotheken verwendet werden. So können wahlweise offenere oder intimere Raumstimmungen geschaffen werden. Innerhalb der Wohnungen wurde viel Wert auf Blickbeziehungen gelegt. Die Wohnungen sind szenografisch aufgeladen und entwickeln je nach Standpunkt für den Bewohner ein neues Raumgefühl. Weniger

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