Schulanlage Saatlen

Ort: Tramstrasse, 8050 Zürich
Auftragsart: Wettbewerb, 1. Rang 2020
Ausführung: 2024 – 2027
Auftraggeberin: Stadt Zürich, Amt für Hochbauten
Landschaftsarchitektur: vetschpartner Landschaftsarchitekten AG, Zürich
Tragwerksplanung: Borgogno Eggenberger + Partner AG, St.Gallen
HLKKS-Planung: Wirkungsgrad Ingenieure AG, Luzern
Dokumentation: PDF anzeigen
 
Mit der neuen Schulanlage Saatlen hält ein grosser Massstab Einzug in das durchgrünte Wohnquartier. Drei schlichte Kuben reihen sich entlang der Tramstrasse aneinander. Die Aufteilung von Primarschule, Sekundarschule und der Schule für Kinder mit Behinderungen (SKB) auf separate Baukörper gewährleistet eine durchlässige Struktur und verleiht den drei Schulen eine eigene Identität. Sowohl das Primarschulhaus als auch die SKB treten dreigeschossig in Erscheinung. Dadurch passen sie sich dem Massstab der Umgebung an. Das Sekundarschulhaus hingegen bildet mit seinen sechs Geschossen einen Akzent. Die Bebauung der Parzelle konzentriert sich auf die Seite der Tramstrasse, was eine grosse Freifläche auf der südöstlichen Parzellenhälfte ermöglicht. Der prägnante Grünzug Schörli-Saatlen wird ergänzt und umschliesst neu die gesamte Anlage. An jedes der drei Schulhäuser grenzt ein stufengerecht gestalteter Pausenplatz mit eigenständigem Charakter. Mehr


Die Anlage ist auf allen Seiten gut ans Quartier angebunden und bietet zahlreiche Zugänge für Fussgängerinnen und Velofahrer. Der Hauptzugang liegt wie bisher an der Tramstrasse. Jedes Schulhaus verfügt über mindestens zwei Eingänge, einen zur Strasse sowie einen zum Inneren der Anlage gerichteten.
Das Projekt strebt eine Entflechtung der verschiedenen Nutzungen sowie kurze Wege an. Im Innern weisen die Schulhäuser klare Strukturen auf, die eine gute Orientierung ermöglichen.
Die Schule für Kinder mit Behinderung (SKB) zeichnet sich durch einen grosszügigen Ankunftsraum und einen zentralen Erschliessungskern aus, der von breiten Korridoren umgeben ist. Im Erdgeschoss befinden sich die Büros der Lehrpersonen, Betreuungsräume, sowie ein grosser Verpflegungs- und Mehrzweckraum. Auf den beiden identischen Obergeschossen liegen die Klassen- und Therapieräume. Die Klassenzimmer befinden sich an den Stirnseiten, mit Aussicht in die Bäume des Grüngürtels oder über die Sportplätze.
 
Die zwei Primarschulen teilen sich den Längsbau, funktionieren jedoch vollständig autonom. Ihre Anordnung innerhalb des Gebäudes ist symmetrisch. Im Erdgeschoss befinden sich die gemeinsam genutzten Räume wie Lehrerzimmer, Bibliothek und Sportfoyer. Dieses grenzt an den grossen Pausenplatz und kann während der Schulzeiten als gedeckte Pausen-, Spiel-, und Lernfläche genutzt werden. Zwei angrenzende Treppen führen runter zum Sportbereich und zum Schwimmbad. Zwei separate Treppenanlagen führen hoch in die Schulgeschosse. Im ersten Obergeschoss befindet sich jeweils ein Cluster mit vier Klassenzimmern an den Stirnseiten. Die zum Cluster gehörenden Räume gruppieren sich um eine gemeinsame Mitte, den innenliegenden Pausenbereich. In der von beiden Schulen gemeinsam genutzten Mittelzone befinden sich auf der einen Seite Singsaal und Handarbeitsräume, auf der anderen Seite die Mensen und die Mehrzwecksäle mit direktem Zugang zur Terrasse. Im zweiten Obergeschoss verfügt jede Schule über zwei weitere Cluster mit Schulzimmern, Gruppenräumen und Betreuung.
 
Auch im Erdgeschoss des Sekundarschulhauses gibt es Räume, die zusammen mit dem vorgelagerten Pausenplatz als offene Spiel- und Lernlandschaft genutzt werden können. Dazu zählen die Mensa, der Betreuungsraum und der Mehrzwecksaal. Die Unterrichtsräume der Sekundarschule erstrecken sich vom dritten bis ins fünfte Obergeschoss. Im ersten Obergeschoss befindet sich der Kindergarten, der über einen eigenständigen Zugang über eine Aussentreppe verfügt. Die Spielterrasse im Freien sowie der daran angrenzende zweigeschossige Innenraum bilden das Herzstück des Kindergartens. Im zweiten Obergeschoss befindet sich das musikalische Konservatorium. Die Turnhalle im ersten Untergeschoss sowie das Konservatorium sind unabhängig vom Schulbetrieb zugänglich.
 
Die drei Schulhäuser sprechen die gleiche Sprache und unterscheiden sich in ihrem Ausdruck vor allem durch die unterschiedlichen Proportionen. Es dominiert der horizontale Ausdruck der einzelnen Geschosse, rhythmisiert durch vertikale, dünne Metallprofile, die das innere Stützenraster abbilden. Ein Geschoss gliedert sich jeweils in die drei Teile Sturz, Fensterfläche und Brüstungsband. Letzteres besteht aus einer horizontal verlaufenden, lasierten Holzverkleidung. Hellgraue Faserzement-Platten bilden den Sturz.
Über den beiden Terrassen von Primarschulhaus und Kindergarten spannen sich zweigeschossige Stahlgerüste auf. Sie ergänzen die Gebäudevolumen zu kubischen, klaren Formen und fassen die Aussenräume. Rankpflanzen wachsen in die Höhe, spenden Schatten und sorgen für ein angenehmes Klima. Zusammen mit den langen Vordächern zählen die begrünten Stahlgerüste zu den identitätsstiftenden Elementen der neuen Schulanlage. Weniger

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