Neu- und Umbau Kantonsspital Schaffhausen

Ort: Geissbergstrasse, 8208 Schaffhausen
Auftragsart: Wettbewerb, 1. Rang 2017
Ausführung:  2023 – 2028
Auftraggeber: Spitäler Schaffhausen SSH
Architektur: Bollhalder Eberle Architektur
Generalplanung/Baumanagement: Itten+Brechbühl AG, Zürich
Landschaftsarchitektur: ASP Landschaftsarchitekten AG, Zürich
Tragwerksplanung: Borgogno Eggenberger + Partner AG, St.Gallen
HLKKS-Planung: Vadea AG, Wallisellen
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Das Kantonsspital befindet sich auf einer Waldlichtung am Siedlungsrand der Stadt Schaffhausen. Diese einzigartige Umgebung wurde in den 1950er-Jahren zum Bau eines Spitals – ganz im Sinne der Moderne an ruhiger und staubfreier Lage – erschlossen. Der Neubau liegt im nordöstlichen Perimeterbereich, der durch die Geissberg- und Grafenbuckstrasse begrenzt wird. Das quadratische Gebäude mit einer Seitenlänge von 82 m ergänzt den charakteristischen Altbau aus der Nachkriegszeit. Zusammen mit diesem spannt es auf der Westseite einen neuen, attraktiven Vorbereich auf. Zu diesem Platz zeigt sich das Volumen viergeschossig und ist niedriger als der Altbau. Eine Kolonnade zum Platz hin charakterisiert das Spital als öffentliches Gebäude. In der Mitte der Hauptfassade liegt der neue, grosszügige Haupteingang. Mehr

 
Die Hanglage des Baukörpers ermöglicht eine Nutzung der Höhendifferenz zur maximalen Entflechtung der Erschliessungswege. Die Vorfahrt des Notfalls befindet sich im Norden des Gebäudes, während der Hauptzugang und die Vorfahrt für Besucher auf dem neuen Vorplatz verortet sind. Die Anlieferung kommt an der Nordostecke des neuen Spitals zu liegen und wird direkt ab dem unteren Bereich der Grafenbuckstrasse erschlossen.
 
Im Süden bildet das neue Volumen zusammen mit dem historischen Bestandsbau eine Parkfassade aus. Um dem Altbau seine Kraft als Solitär im Park zurückzugeben wird der Neubau – ebenfalls ein Solitär – zurückgesetzt und als niedrigeres Volumen geplant. Zwischen den beiden Gebäuden führt ein Weg vom Park zum neuen Vorplatz und zum Haupteingang. Im Norden und Osten des neuen Spitals, in den Zwischenzonen zwischen Geissberg- und Grafenbuckstrasse, bleibt der charakteristische Wald bestehen. So wird eine spannende Wechselbeziehung zwischen dem neuen Gebäude und dem bestehenden Baumvolumen etabliert.
 
Drei grosszügige, bepflanzte Lichthöfe bringen viel Tageslicht ins Zentrum des insgesamt siebengeschossigen Gebäudes. Im Schnitt durchstossen sie das Gebäude bis in die Untergeschosse. Im Erdgeschoss schaffen die Höfe interessante Blickbeziehungen quer durch das Gebäude. Der Anmeldung und dem Wartebereich verleihen sie eine einzigartige Raumstimmung. Zudem ermöglicht der südliche Hof den direkten Blickbezug zum Restaurant, das an der Südseite des Gebäudes mit einer Terrasse zum Park angeordnet ist. Nebst der angenehmen Raumatmosphäre ermöglichen die Höfe auch eine optimale Orientierung für die Besucherinnen sowie das Personal.
 
Eine zentrale Hauptachse in Nord-Süd-Richtung gliedert das Gebäude auf allen Geschossen. Innerhalb dieser  zentralen Erschliessungszone befinden sich die zahlreichen Lifte. Vier weitere, symmetrisch angeordnete Kerne beinhalten die Fluchttreppenhäuser sowie die Schächte für die Gebäudetechnik. Von der zweigeschossigen Eingangshalle führt eine grosszügige Treppenanlage in das erste Ober- respektive Untergeschoss. Auf diesen Geschossen, in unmittelbarer Nähe zum Eingang, sind die publikumsintensiven Nutzungen wie die Ambulatorien untergebracht. Die beiden obersten Geschosse beinhalten die Patientenzimmer. Die Zimmer sind allesamt zur Aussenfassade orientiert. Im Zentrum der Geschosse sind die allgemeinen Räume um die Lichthöfe herum angeordnet.
 
Der Neubau wird in ein Kleid aus horizontalen Bändern gehüllt. Eine Kolonnade begleitet die Platzfassade mit Haupteingang über die gesamte Gebäudelänge. Da diese Fassade nur viergeschossig in Erscheinung tritt, bildet das erste Obergeschoss im Zusammenspiel mit der Kolonnade im Erdgeschoss eine Art «Piano Nobile» aus, was die Wirkung des neuen Spitals als öffentliches Gebäude verstärkt. Weniger

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