Alterssiedlung Espenhof Nord

Ort: Langgrütstrasse, 8047 Zürich
Wettbewerb: 1. Rang 2019
Architektur: ARGE Bollhalder Eberle Architektur + Theres Hollenstein Architektur
Bauherrschaft: Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich - SAW
Landschaftsarchitektur: Planetage Landschaftsarchitekten, Zürich
Bauingenieurwesen: Borgogno Eggenberger + Partner AG, St.Gallen
Bauphysik: BAKUS Bauphysik & Akustik GmbH, Zürich
Gebäudetechnik: EBP Schweiz AG, Zürich
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Die Alterssiedlung Espenhof liegt in einem Wohnsiedlungsgebiet im östlichen Teil von Albisrieden, zwischen den ausgedehnten Anlagen der Stadtgärtnerei und des Schulhauses Letzi. Prägend und charakteristisch für die Umgebung sind sich immer wieder öffnende Blickachsen in die Tiefe der Grundstücke und eine dichte und durchgehende Begrünung mit mächtigen Bäumen. Heute wird die Siedlung Espenhof den Bedürfnissen für das Wohnen im Alter nicht mehr vollumfänglich gerecht. Während der Espenhof Süd als Zeitzeuge erhalten bleibt, soll durch den Ersatzneubau Espenhof Nord die Chance genutzt werden, mehr Wohnraum zu schaffen und innovative Konzepte umzusetzen. Mehr

 
 
Drei typologisch stark verwandte, unterschiedlich hohe Baukörper bilden zusammen ein neues Ensemble und verweben die neue Alterssiedlung mit der heterogenen Umgebung und dem Grünraum. Entlang der Fellenberg- und Langgrütstrasse fassen zwei tiefere Anbauten die beiden Strassenräume. Sie schaffen dadurch eine angemessene Massstäblichkeit zu den Strassenräumen und lassen den Blick frei auf den Hügelzug der Albiskette. Ein sechs- und ein siebengeschossiger Baukörper folgt dem Grünraum und dem Espenhofweg. Die Höhe dieser Bauten wird durch einen Rücksprung von der Strasse und die strassenbegleitenden drei- bzw. viergeschossigen Anbauten gebrochen. Zur Grundstücksmitte hin bilden die Baukörper «Köpfe» aus, welche Bezüge zu den bestehenden Bäumen schaffen und die drei Häuser formal zu einer Einheit zusammenbinden. Es etabliert sich ein charakteristischer und öffentlicher Mittelpunkt der neuen Siedlung. Der mächtige Baumbestand bleibt weitestgehend erhalten und wird mit Espen und Eichen ergänzt. Im Erdgeschoss sind sämtliche öffentlichen wie halböffentlichen Nutzungen der Siedlung angeordnet, sowie Erdgeschosswohnungen mit direkter Erschliessung über die Zugangslaube.
 
Ein Grossteil der insgesamt 155 Wohnungen sind 2.5-Zimmer Wohnungen.  Jeweils zwei Wohnungen teilen sich eine Gemeinschaftsloggia. Die Wohnungen selbst sind um eine zentrale Zone mit Küche, Bad und Garderobe organisiert und Ost-West orientiert. Hofseitig gibt es einen grosszügigen Eingangs- und Essbereich mit einem direkten Zugang zur Gemeinschaftsloggia. In den Köpfen und strassenseitig über Eck sind die Treppenhäuser als Mehrspänner organisiert. Auch diese Wohnungen sind über Eckfenster zweiseitig orientiert und werden durch die Nähe zu den Baumkronen und Blicken in die Freiräume charakterisiert. Alle Wohnungen profitieren sowohl vom Zugang auf eine Gemeinschaftsloggia als auch einem zusätzlichen individuellen Aussenraum nach Osten oder Westen.
 
Die Neubauten reagieren im Ausdruck zur heterogenen Umgebung mit einer selbstverständlichen Zurückhaltung, welche gleichwohl an Bauten aus der Gartenstadt erinnert. Die Fassade wird durch eine in ihrer Erscheinung leicht wirkende Holzkonstruktion vertikal gegliedert. Im Erdgeschoss begleiten die nach unten geführten Doppelstützen aus Holz den Laubengang. Dieses Motiv soll an die inventarisierte Siedlung Espenhof Süd vis à vis der Strasse erinnern und räumlich den siedlungsinternen Hofraum fassen.  
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