Altersheim Lindenhof

Ort: Lindenstrasse, 9000 St.Gallen
Auftragsart: Direktauftrag, 1988
Ausführung: 1990 – 1995
Auftraggeber: Verein Alters- und Pflegeheim Lindenhof St.Gallen
Fotografie: Michael Rast
Dokumentation: PDF anzeigen
 
Die alte Pension Lindenhof ist seit ihrer Entstehung ein Identifikationspunkt im Quartier St. Fiden. Das dominante Hauptgebäude mit Walmdach und Kreuzgiebel bildet bis heute den Schwerpunkt der Anlage. Zwei neue Flügelbauten ersetzen den alten Anbau im Osten sowie die beiden 1967 errichteten Westgebäude. Die Neubauten nehmen Bezug auf die angrenzenden Häuser und führen die für die Lindenstrasse charakteristische, strassenbegleitende Bauweise fort. Mit der Auffächerung des Westbaus wird der Richtungswechsel der Quartierstruktur aufgenommen, was eine gute Eingliederung der Anlage in die umliegende Bebauung bewirkt. Der bestehende Haupteingang an der Lindenstrasse wurde um einen rollstuhlgängigen Zugang über den Hofbereich an der Schlösslistrasse ergänzt. Mehr

 
Durch das Anfügen der beiden Flügelbauten mittels architektonischer Gelenke dominiert der freigestellte Altbau das Ensemble weiterhin. Neues Zentrum der Anlage ist der sich nach Süden öffnende Hof. Dieser Freiraum mit Café und Gartenterrasse schafft einen Begegnungs- und Aufenthaltsort sowohl für die Bewohner als auch für die Quartierbevölkerung.
Im Westflügel bildet das Pflegeheim eine betriebliche Einheit, die neu über das Erdgeschoss mit dem Hauptbau verbunden ist. Demgegenüber sind die Altersheimtrakte im Hauptbau und im Ostflügel geschossweise über eine Art Brücke miteinander verbunden. Beim Durchschreiten der einzelnen Gebäudetrakte erlebt der Betrachter die unterschiedlich formulierten Erschliessungsräume von Alt- und Neubauten. Die Verbindungswege wirken dank den angrenzenden Aufenthaltsräumen grosszügig und abwechslungsreich. Dabei wird den Bewohnerinnen die Orientierung erleichtert, indem die Aufenthaltsbereiche in den drei Trakten unterschiedlich ausgebildet sind. Als offene Zone mit Treppe im Ostflügel, als halboffener Raum mit Erker im Altbau und als erweiterter Erschliessungsraum im Westflügel sind diese Räume auch verschieden nutzbar.
 
Die Gestaltung der Innenräume im Altbau basiert auf der bestehenden Gebäudestruktur und der vorgefundenen Charakteristik des Innenausbaus. Entsprechend dem vielfältigen Innenleben ist auch das äussere Erscheinungsbild von Bestand und Ersatzneubauten differenziert gestaltet. Bewusst zielen die Fassaden auf einen Kontrast zwischen Alt und Neu, ohne dabei die Wirkung als Gesamtanlage zu untergraben. Südseitig sind die grosszügigen Balkone der Aufenthaltsbereiche auf die Strassenachse ausgerichtet. Der zurückgesetzte Westflügel an der Lindenstrasse stellt den Erker an der Ecke des Altbaus frei. Diese Massnahmen ermöglichen den Bewohnern auch visuell am Quartierleben teilzuhaben. Weniger

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