Umbau Haus Gartenstrasse 8

Ort

Gartenstrasse, 9000 St.Gallen

Auftragsart

Direktauftrag, 2014

Ausführung

2015 – 2016

Auftraggeberin

AGWAR AG

Fotografie

Lukas Murer

Publikation
Dokumentation

Das Haus stammt aus den späten 1970er-Jahren. Ein fünfgeschossiger Gebäudeteil begleitet die Gartenstrasse, ein dreigeschossiger Annexbau – dieser wird im Zuge der Sanierung um ein Geschoss erweitert – besetzt den Innenhof. Die plastisch ausgebildete Waschbetonfassade ist eine typische Vertreterin ihrer Zeit. In diesem Geiste erfolgte auch die Sanierung der Gebäudehülle. Die kontrastreiche Farbgebung sowie die zeittypischen Details, wie die runden Ecken der Fensterrahmen, wurden beibehalten, ertüchtigt und mit Neuinterpretationen ergänzt. Die Erdgeschossfassade wurde an die heutigen Anforderungen an eine Gewerbe- und Büronutzung angepasst und mit neuen Zugängen versehen. Insgesamt zeigt sich das Erdgeschoss offener und einladender. Es bietet nebst den bisherigen Büroflächen nun auch Platz für Gewerbe. Mehr

Während das erste Obergeschoss wie bisher ebenfalls als Bürofläche dient, erfolgte vom zweiten bis zum vierten Obergeschoss der signifikanteste Eingriff in die Struktur und Funktion des Hauses. Auf den drei grosszügigen, nur durch Stützen und einen Erschliessungskern gegliederten Obergeschossen sind 31 Kleinwohnungen entstanden. In der Tiefe des Hauses finden neben den neu gestalteten Erschliessungsbereichen auch Waschräume sowie verschiedene Nebenräume Platz. Über der Aufstockung im Hof, welche die vier grosszügigsten Wohnungen beherbergt, gibt es eine für alle Bewohner zugängliche Dachterrasse.
Betreten werden die Wohnungen über eine aus Entrée, Bad und Reduit bestehende Raumschicht. Ähnlich einer Hoteltypologie nutzen diese Räume ohne Tageslichtbedarf die grosse Tiefe des Gebäudes geschickt aus. Die Wohn- und Schlafräume profitieren von der grosszügigen Raumhöhe und der vollverglasten Fassade. Eine simple Küchenzeile zoniert den Wohn- und Essraum. Das Schlafzimmer der Kleinwohnungen ist meist nur durch ein nischenbildendes Wandstück abgetrennt. So bleibt die Fassade durchgehend erlebbar und lässt die kompakten Wohnungen luftig, hell und weit erscheinen.
Die Materialisierung unterstützt diese Leichtigkeit. Einzelne Elemente werden hervorgehoben oder subtil überzeichnet, andere halten sich dezent im Hintergrund. Einfachheit und Komplexität sowie Bescheidenheit und Wertigkeit halten sich die Waage.
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